Ägyptische Mythologie - Von Göttern und dem Totenkult im alten Ägypten

Nach der ägyptischen Schöpfungssage gab es anfangs ausschließlich den Ozean. Aus einem auf der Wasseroberfläche erschienen Ei entstand die Sonne Re, die vier Kinder gebar, nämlich die Götter Geb, Shu, Tefnut und Nut.

Shu (Luft) und Tefnut (Feuchte) erschufen die Atmosphäre, während Geb die Erde bezeichnete und Nut den Himmel. Geb und Nut hatten zusammen vier Kinder, nämlich die Söhne Seth und Osiris sowie die Töchter Nephtys und Isis. Osiris folge Re, unterstützt von seiner Schwester und Gemahlin Isis, in der Oberherrschaft über die Erde.

Seth dagegen hasste den Bruder Isis und tötete ihn. Isis balsamierte daraufhin mit Hilfe des Gottes Anubis, der zuständige war für die Totenriten, den Körper von Osiris und erweckte ihn wieder durch Zaubersprüche. Osiris regierte dann in der Totenwelt. Der Sohn von Isis und Osiris, nämlich Horus, besiegte seinen Onkel Seth während einer Schlacht und wurde daraufhin zum König der Erde.

Auf dieser Mythologie beruht der gesamte Totenkult mit den verschiedenen einzelnen Gottheiten und deren Funktionen. Zuerst steht die Schaffung der Welt, dann folgten die einzelnen Gottheiten, danach die Sonnenanbetung und zuletzt die Begräbniszeremonien. In allererster Linie stand jedoch immer der Sonnengott Re, die anderen Götter verflochten sich im Laufe der Jahrhunderte zu einer Art System.

Heraus kamen die Hauptgötter wie Amun (Fruchtbarkeit), Hapi (Gott des Nils), Ptah (Vatergott) sowie Hathor (Göttin des Himmels) und Mut (Muttergöttin). Je nach Region in Ägypten wuchs die Bedeutung des einzelnen Gottes. Doch stand Re stets in vorderster Linie als Herrscher über den Kosmos und im Mittleren Reich (2137 bis 1781 vor Christus) wurde die Anbetung des Gottes Re zur Staatsreligion.

Erst mit Beginn des Neuen Reiches in Ägypten (etwa 1500 vor Christus) wurde der Gott Re in Aton umbenannt. Aton bezeichnet nicht allein die Sonne, sondern die Sonnenkraft. Der Versuch Echnatons, diesen Kult durchzusetzen scheiterte und nach seinem Tod verehrten die Ägypter die ursprünglichen Götter. Der wichtigste Glaube im alten Ägypten bezog sich auf den Totenkult mit strengen Zeremonien. Ka, die Urmacht des Lebens, hat nach dem damaligen Glauben den Menschen von der Geburt bis zu seinem Tod begleitet und ein Weiterleben im Reich der Toten ohne einen vollständigen Körper war nicht möglich. Darum wurden die Verstorbenen nach der gleichen Art, wie Osiris von Isis nach den Überlieferungen einbalsamiert wurde, mumifiziert und die Eingeweide, die eine schnelle Verwesung verursachten, in Kanopenbehältern präpariert und beigefügt. Um dem ins Totenreich Reisenden die Bequemlichkeiten des Lebens zu bewahren, wurden wertvolle Beigaben dem Grab hinzugefügt sowie das Totenbuch, dass der Seele den Weg ins Jenseits erleichtern sollte.

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